Festakt "10 Jahre MGS Lechfeld"



Bis zum Jahr 1994 hatte das damalige Jagdbombergeschwader 32 in der Schwabstadlkaserne einen sogenannten „Traditionsraum“, in dem die Geschichte des Standortes (Lager-) Lechfeld und des Geschwaders dargestellt wurde. Eine große Anzahl von Exponaten, eine Chronik des Standortes und zahlreiches Text- und Bildmaterial reflektierten die Militärgeschichte des Lechfeldes, die mit der Einrichtung eines Artillerieschießplatzes 1859 begonnen hatte. Ausgelöst durch verschiedene Vorkommnisse innerhalb der Bundeswehr wurde 1994 durch einen Erlass des Generalinspekteurs der Bundeswehr die Schließung all dieser Traditionsräume der Bundeswehr befohlen. In der Ulrichkaserne hatte die Technische Schule der Luftwaffe 2 eine Lehrsammlung eingerichtet, die den gesamten Ausbildungsumfang dieser größten Schule der Luftwaffe vermittelte. In 20 Räumen wurde das gesamte Spektrum der sogenannten Führungsdienste der Luftwaffe mit Geräten, Bild-, Film- und Tonmaterial sowie einem umfangreichen Textarchiv dargestellt. Mit der Auflösung der Technischen Schule wurde diese Lehrsammlung geschlossen und ein sehr großer Teil der Sammlung verteilt. Lediglich jener Anteil, der zu der vor Ort durchgeführten Ausbildung gehörte, blieb hier erhalten.
Entsprechend der Vorgabe eines neuen Traditionserlasses vom 19.03.1999 wurde ein Ausstellungskonzept erarbeitet und dem Amtschef des Luftwaffenamtes zur Genehmigung vorgelegt. Das Konzept wurde am 25.8.2006 genehmigt und damit konnte begonnen werden, die ursprüngliche Idee in die Realität umzusetzen. Und dies bedeutete in der Folge umfangreiche Arbeit, denn zunächst musste das eingelagerte Material registriert und gesichtet werden, vor allem aber musste ein geeignetes Gebäude für das Einrichten einer derartigen Sammlung gefunden werden.
Nachdem die Fertigstellung der MGS dem Luftwaffenamt gemeldet worden war, begutachtete der militärhistorische Stabsoffizier die Sammlung und seine positive Stellungnahme führte zur offiziellen Genehmigung der MGS durch den Amtschef des LwA. Die Aushändigung der Zulassungsurkunde erfolgte 2009 im Rahmen einer Feierstunde in Anwesenheit des Bezirkstagspräsidenten, des Landrates, der Bürgermeister der Lechfeldgemeinden und des Kommodore des Geschwaders. Um größere Exponate wie beispielsweise das Triebwerk eines F-104G Starfighters oder eines MRCA Tornados ausstellen zu können, bemühte sich die MGS um ein separates Blockbohlenhaus, das im Mai 2012 eröffnet und für die Besucher zugänglich gemacht wurde. In der Zwischenzeit wurde im südlich davon gelegenen Haus 24 - neben dem schriftlichen Archiv der Lechfeldverbände – die Sammlung des 2013 aufgelösten Jagdbombergeschwader 32 eröffnet, die durch ein zusätzliches Feldhaus und eine Garage für weitere Großexponate komplettiert wurde.
Die Crew der MGS ist bemüht, diese Geschichte auch weiterhin in Wort, Schrift, Bild und mit interessanten Exponaten der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dass wir wahrgenommen werden, beweist die Tatsache, dass wir seit der Öffnung 2008 im März dieses Jahres den 20.000. Besucher begrüßen konnten! Diese Akzeptanz ist für uns Verpflichtung, uns auch weiterhin für die MGS Lechfeld zu engagieren!
Der Kommandeur der Abteilung Süd des Technischen Ausbildungszentrums, Oberst Dirk Niedermeier, nutzte die Gelegenheit, um den beiden Gründungsmitgliedern Dieter Ladda und Jürgen Jacobs, die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen.

Text: Werner Bischler


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