Geschichte


Die Idee zu einer Militärgeschichtlichen Sammlung stammt vom ehemaligen Leiter der Lehrgruppe Ausbildung an der Technischen Schule der Luftwaffe 2 (TSLw 2), Herrn Oberstleutnant Ladda. Er und einige interessierte Helfer stellten grundsätzliche Überlegungen für die Realisierung eines derartigen Projektes an. Parallel dazu verfassten Hptm a.D. Bischler und RegDir a.D. Hager aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des Jagdbombergeschwaders 32 ein umfangreiches Buch mit dem Untertitel „150 Jahre Militärgeschichte Lechfeld“, dessen kompakte Gliederung die Grundlage für die praktische Einrichtung der Militärgeschichtlichen Sammlung wurde. Passend zum Geschwaderjubiläum im Jahr 2008 wurde aus dem gleichen Anlass die Militärgeschichtliche Sammlung eröffnet.

Zwei Jahre später - am 19. Juni 2010 - weiß die Augsburger Allgemeine Folgendes zu berichten:



Lagerlechfeld/Kaufering
Besessen sei er, sagt Dieter Ladda. Dabei scheint besessen ein Wort, das wenig zum 64-jährigen Oberstleutnant a. D. passt: Mit ruhigen, zielsicheren Handbewegungen ordnet er Din A4-Ausdrucke, schneidet Bilder aus und klebt sie passgenau auf große Kartonagen für eine neue Ausstellung "150 Jahre Militärseelsorge" auf dem Lechfeld. Und trotz seiner Ruhe: Laddas Besessenheit gilt der Geschichte. Er wühlt gerne in Akten, gräbt in Archiven und stürzt sich auf Orginaldokumente. Doch jetzt ist damit Schluss. Nach sieben Jahren Arbeit an der Militärgeschichtlichen Sammlung (MGS) in der Lechfeldkaserne hört Kurator Ladda auf. Er zieht mit seiner Familie nach Münster. "Es tut weh", sagt der 64-Jährige. Noch vor sieben Jahren hätte er es nicht für möglich gehalten, eine solche Sammlung auf die Beine zu stellen. Doch es war möglich: Die MGS im Haus 25 der Lechfeldkaserne hat am 25. Juli 2008 eröffnet. Sie zeigt die Entwicklung des Militärs am Standort Lechfeld - ab dem Jahr 1859. Von Nadine Pflaum

Die Idee entstand bei einer Aufräumaktion. Viele Akten und Dokumente aus der Vergangenheit des Standortes sollten im Papierkorb verschwinden. Undenkbar für Ladda. "Ich fand es nicht gut, dass alles, was gewesen ist, in den Müll wandert", erinnert er sich. Und so engagierte er sich während seiner aktiven Zeit bei der Technischen Schule dafür, dass in der Kaserne ein Museum entsteht. Aber auch als Pensionär seit 2004 ließ ihn die Geschichte nicht los. Er kümmerte sich weiter um die MGS, zusammen mit fleißigen Helfern: Ihm steht tatkräftig Oberstleutnant a. D. Jürgen Jacobs (73) zur Seite. Für das Jagdbombergeschwader 32 bringt sich Hauptmann Ulrich Kagerer (40) in das Projekt ein, Stabsfeldwebel a. D. Harry Wettengel hat sich bei der Suche nach einem Gebäude besonders hervorgetan. Und auch ohne die anderen Helfer wäre das Projekt nicht zu stemmen gewesen, sagt Ladda. Vor allem die Suche nach einem Gebäude gestaltete sich schwierig: Im Haus 25 waren früher Offiziersfamilien untergebracht.
Doch das Haus war in einem schlechten Zustand, es musste komplett saniert, Mauern durchbrochen, Böden verlegt werden. Auf rund 40 000 Euro schätzt Ladda die Kosten. Viele Arbeiten erledigten er und seine Helfer selbst, Wehrpflichtige packten mit an, Sponsoren unterstützten die MGS finanziell. Heute sind Exponate der Zeit- und Militärgeschichte wie Flugzeugteile, Uniformen, Dokumente und Bilder ausgestellt. Für Ladda ist Geschichtsaufbereitung ein wichtiges Thema. Ein Museum wie die MGS sieht er als ein Asyl für die Vergangenheit. Die Bewahrung von alten Dokumenten und die Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem schließen sich für ihn nicht aus. Ladda ist keiner, der in der Vergangenheit lebt, er liebt sie höchstens. "Ein Museum ist ein Lernort außerhalb der Schule", sagt er. Bis Ende Juni ist Ladda, der in Kaufering wohnt, noch auf dem Lechfeld. Und bis dahin gibt es viel zu tun. Für das große Fest am 27. Juni bereitet er zusammen mit vielen Helfern eine Ausstellung "150 Jahre Militärseelsorge" vor, klebt, laminiert, bastelt und schneidet. Und denkt mit Wehmut an den großen Schnitt, den der Umzug nach Münster für ihn bedeutet. Seine MGS-Kollegen wollen Ladda als "Tele-Kurator" behalten.