Haus A2 - Obergeschoß


Bewusst wurden die Räumlichkeiten im Haus A2 der jetzigen Führungsunterstützungsschule in der Lechfeldkaserne gewählt, um die außer Dienst gestellten Fernmeldesysteme der Luftwaffe, nämlich das Einsatzstammnetz (ESNLw) und das automatische Führungsfernmeldenetz (AutoFüFmNLw) auszustellen. Für beide Systeme wurde das Fachpersonal sowohl für Betrieb, Wartung und Instandsetzung an der damaligen TSLw 2 ausgebildet. Anhand eines Zeitbandes ist die allgemeine Entwicklung im Bereich der Informations- und Datenübertragung anschaulich dargestellt.Die MGS Lechfeld hat in diesem Gebäude beiden Fernmeldesystemen ein Denkmal gesetzt, das vom Kommodore des JaboG 32 und dem Kommandeur der Lehrguppe B der Führungsunterstützungsschule seiner Bestimmung als Teil der MGS übergeben wurde. Vor diesem Hintergrund fand am 18. Oktober 2010 die Abschlussveranstaltung der Informationstechnik GmbH (BWI) nach der Außerdienststellung des AutoFüFmNLw statt



Analoge Informationsübertragung
In den 70er Jahren richtete die Luftwaffe das ESNLw ein. Zwei nahezu parallel verlaufende 120 Kanal-Richtfunkstrecken vom Norden der Bundesrepublik bis in den Bayerischen Wald, die wie eine Leiter von West nach Ost quer miteinander verbunden waren, stellten der Luftwaffe eine Vielzahl von Fernmeldeverbindungen (Fernsprechen, Fernschreiben, Faxen) zur Verfügung. Über 12/24-Kanalverbindungen waren Führungseinrichtungen, Waffensysteme und logistische Einrichtungen an dieses Netz angeschlossen. Entsprechend der technischen Entwicklung jener Jahre waren die Übertragungswege in analoger Fernmeldetechnik ausgeführt.


Das Einsatzstammnetz der Luftwaffe (ESNLw)
Das Einsatzstammnetz der Luftwaffe war ein auf den Dislozierungsraum der Luftwaffe ausgerichtetes Richtfunkschaltnetz, an das die Kampf- und Kampfführungsanlagen sowie ein Teil der Kampfversorgungsanlagen der Luftwaffe angeschlossen waren. Es hatte ortsfeste und bewegliche Komponenten.

Es war ein leiterförmiges Netz, von dem sternförmig

- Anschlusslinien zu ortsfesten und beweglichen Kampf-, Kampfführungs- und
Kampfversorgungsanlagen der Luftwaffe und
- Anschlusslinien zu waffensystemgebundenen Richtfunknetzen ausgingen.



Digitale Datenübertragung
Ende der 80er Jahre wurde das ESNLw vom AutoFüFmNLw abgelöst und dieses – nach der Wiedervereinigung Deutschlands – um den Bereich der ehemaligen DDR erweitert. Dieses Netz bediente sich der digitalen Fernmeldetechnik, hatte eine erheblich bessere Übertragungsqualität und bot umfangreiche technische Möglichkeiten vor allem für die Datenübertragung. Im Jahr 2010 wurde das Netz abgeschaltet. Heute werden Fernmeldeverbindungen im digitalen, bundeswehrweiten Netz „Herkules“ geschaltet. Dabei wurden alle Bundeswehrstandorte mit neuer Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) ausgestattet und werden von der Beteililigungsgesellschaft BWI betrieben. Im Laufe von zehn Jahren wurden dafür insgesamt 140.000 Computerarbeitsplätze, 7000 Server, 300.000 Festnetz-Telefone und 15.000 Mobiltelefone an 1500 Standorten in Deutschland auf einer gemeinsamen Systembasis eingerichtet.


Automatisches Führungsfernmeldenetz der Luftwaffe (AutoFüFmNLw)
Die Gesamtheit aller von der Luftwaffe genutzten Fernmeldenetze, die dazugehörenden Fernmeldeanlagen und das Personal zur Durchführung von Fernmeldeverkehr nach festgelegten Verfahren bildeten das Fernmeldesystem der Luftwaffe. Es war Teil des Führungssystems und wurde in den Kern- und in den Nutzerbereich untergliedert. Der Kernbereich wurde von der Fernmeldetruppe, der Nutzerbereich von den Truppenfernmeldern betrieben und unterhalten.

Innerhalb des FmSysLw stellte das AutoFüFmNLw die zentrale Netzinfrastruktur zur Informationsübertragung zwischen den Nahverkehrssystemen der Nutzerverbände und -dienststeilen bereit.
Diese Nahverkehrssysteme waren zum Beispiel:
- bewegliche WaSysFmN der FlaRakVbd
- Gefechtsstandssysteme des RadarFüDst und der KdoBehLw
- Gefechtsstandssysteme der Einsatz-Flugplätze
- SonderFmSys der Eloka, Flugsicherung usw.
- DV-gestützte Führungssysteme (EIFEL, SYLT, LogInfoSysLw usw.)
Das AutoFüFmNLw verband diese Nahverkehrssysteme miteinander und integrierte damit die Nutzergruppen wie Führung, Luftangriff und Luftverteidigung, Aufklärung / FmElo-Aufklärung, Informationstechnik, einschl. IT-Sicherheit, Logistik, Lufttransport (SAR), Nachrichtenwesen, Wehrgeophysik, örtliche und überörtliche militärische Flugsicherung.


Rack 1: Endstelle; Rack 2: Endstelle 120K m. RMÜ; Rack 3: Endtstelle 120 KM. CTM und CTY