Kiegsende und Nachkriegszeit




Kriegsende und Nachkriegszeit


Auf dem Flur steht der Rest der Bombenklappe eines amerikanischen viermotorigen Bombers, einer B-24. Neben dem Eingang (vor den ausgestellten Bomben) finden Sie eine InfoTafel, auf der die zwischen Graben und Lechfeld in nördliche Richtung fliegende, brennende Maschine zu sehen ist. Unmittelbar nach dieser Aufnahme am 9. April 1945 ist das Flugzeug explodiert, seine Reste schlugen ostwärts Kleinaitingen auf einer Wiese auf.
Zerstörungen in und um den Flugplatz Lechfeld sind in einer weiteren Vitrine mit Bildern und Dokumenten ausgestellt, bei der u.a. auch der Abschuss einer B-17 der 8. USAAF gezeigt wird.
Auf dem Flugplatz Lechfeld wurden Me 262 erprobt und von dort aus auch eingesetzt. Dies blieb den Alliierten natürlich nicht verborgen und sie versuchten, Flugzeuge dieses Typs – wenn möglich unbeschädigt – zu erbeuten. Die „Operation LUSTY“ (LUFT-WAFFE SECRET TECHNOLO-GY), wurde von Colonell Watson geleitet. Seine Piloten flogen am 10. Juni 1945 zehn Lechfelder Maschinen nach Cherbourg, wo sie auf einen Flugzeugträger verladen und in die USA verschifft wurden. Von diesen 10 Flugzeugen sind heute noch vier Exemplare in amerikanischen Museen erhalten.
Viele der in Deutschland gegen Kriegsende produzierten Flugzeuge wurden von KZ-Häftlingen gefertigt. Diesem dunklen Punkt unserer Geschichte versuchen wir mit Informationstafeln auf der rechten Seite dieses Raumes gerecht zu werden. Zwischen Landsberg und Igling entstand ab Sommer 1944 der halboberirdische Bunker Weingut II. Er befindet sich heute in der Welfen-Kaserne und kann nach Anmeldung besichtigt werden. Um die deutsche Luftwaffenrüstung vor den pausenlosen Bombenangriffen der Alliierten zu schützen, hatte man sich entschlossen, im Reichsgebiet sechs unterirdische Flugzeugfabriken zu bauen. Die Organisation Todt (OT) errichtete 10 von 11 geplanten Lagern; der gesamte Komplex war das größte KZ-Außenlager des Stammlagers Dachau. Hier waren bis zu 21.000 KZ-Häftlinge untergebracht, von denen bis 21. April 1945 circa 6.500 unter erbärmlichen Bedingungen starben. Zu den Dimensionen des geplanten Bunkers: Breite 85 m, Höhe 25 m, Gesamtlänge 400 m. Fünf Stockwerke sollten in die Tiefe führen. Geplant war eine Deckenstärke von 5 Metern, ausgeführt wurden dagegen 3m.