JaboG 32 - Raum 2


Der Raum ist aufgeteilt in die Bereiche Schleudersitz, Notausstattung, Einsatzstruktur, Kosovoeinsatz, Flugzeugtechnik und Cockpit.
Im Flur finden Sie vier Tafeln zum Bombenkrieg ab 1939. Neben den rechtlichen Grundlagen sind hier Details zu dessen Planung bzw. Durchführung und schließlich seine Auswirkungen zu sehen. In vier Vitrinen sind Modelle von Jagdflugzeugen und Bombern der teilnehmenden Luftstreitkräfte ausgestellt.
Links vom Eingang in einer Vitrine ist ein Waffensystemoffizier (WSO) im grauen Flugdienstanzug ausgestellt. Daneben befindet sich der Schleudersitz eines Tornados. Um einmal das beengende Gefühl des Gurtsystems hautnah erleben zu können, empfiehlt sich unbedingt eine Sitzprobe! An der Decke des Raumes der Fallschirm eines Schleudersitzes, in einem Diagramm werden die verschiedenen Phasen des Ausschusses demonstriert.

JaboG 32 - Raum 2


Einzelteile der umfangreichen Rettungsausstattung (inklusive Schlauchboot) sind in einer eigenen Vitrine zu sehen. Auf der anderen Raumseite steht ein großes Diorama, das den Ablauf eines Luft-/Bodeneinsatzes zeigt. ECR-Tornados bilden dabei die erste Angriffswelle, weil sie mit ihren speziellen Radargeräten die am Boden operierenden gegnerischen Luftabwehrstellungen orten und mit HARM-Raketen bekämpfen können. Gelingt es dabei, den Leitpanzer mit seinem Radargerät auszuschalten, sind die von seinen Informationen abhängigen Raketenbatterien elektronisch „blind“ und können nicht mehr selbständig operieren. Die hinter den Tornados anfliegenden Jagdbomber würden nun die Panzer angreifen und bekämpfen.

Rechts wird allgemeine Flugzeugtechnik präsentiert. Ein besonderes Schaustück ist dabei der Flugdatenrecorder, die sogenannte „Blackbox“. In ihr werden alle wichtigen Parameter eines Fluges aufgezeichnet, die im Bedarfsfall zur Klärung offener Fragen beitragen können. Diverse elektronische Bauteile verdeutlichen den rapiden Fortschritt in der Technik. Was früher noch repariert wurde, wird heute einfach ausgetauscht, weil es schneller und überwiegend auch billiger ist. Besonders deutlich wir dies an den Waffensystemgeräten des Tornados. Bei älteren Versionen musste für jede Station die Beladung noch umständlich per Hand mit einem Zahlencode eingegeben werden, heute werden die Beladungs- und Missionsdaten mittels eines Datenträgers in den Hauptrechner eingelesen.
Die beiden Cockpitansichten zeigen die unterschiedliche Ausstattung für den Piloten und den WSO. In beiden Panels sind Fluglageinstrumente verbaut. In einem Notfall kann auch der WSO den Ausstieg per Schleudersitz einleiten. Ein Steuern des Flugzeugs ist ihm aber nicht möglich, denn er hat weder einen Steuerknüppel noch Leistungsregler für die Triebwerke. Auch das Head-Up-Display mit Einblendemöglichkeiten der Infrarotkamera steht nur dem Piloten zur Verfügung. Dafür hat der WSO, seiner Aufgabenstellung entsprechend, einen Joystick zur Bedienung der auf der Konsole befindlichen Computersysteme. Ein Radargerät befindet sich vor beiden Sitzen, aber nur im hinteren Sitz ist dies kombiniert mit großen Koordinationsanzeigen für die Zielprogrammierung, die mit dem Waffenrechner vernetzt sind. Erst die Funkkonsole ist bei Pilot und WSO wieder ähnlich aufgebaut.
Bei außergewöhnlichen Ereignissen werden Flugzeuge mit einer „Sonderlackierung“ versehen. So geschehen im Jahr 2008, als ein Lechfelder Tornado aus Anlass des 50-jährigen Bestehens des JaboG 32 als Jubiläumsmaschine flog. Es war ein schmerzlicher Moment für die Angehörigen des Verbandes, als ihr Geschwader 2013 außer Dienst gestellt wurde. Für den „Last Call“ wurde ebenfalls ein Tornado mit besonders eindrucksvollem Anstrich präsentiert.